Geschlechterrollen

(Bild: Barbara)

Ich gebe zu: Ich schäme mich, für die Story, die ich hier zum Besten geben muss und wo ich von mir selber enttäuscht bin. Lange Zeit dachte ich, ich hätte diese ganze Geschichte, dass es keine festen Rollen in Liebesbeziehungen (egal, ob in hetero-, homosexuellen Beziehungen, oder was es noch gibt) gibt, verstanden. Die Frau muss nicht jedes mal die gefühlvollere sein, ebenso wenig wie der Mann in der Beziehung immer der sein muss, der die Richtung angibt, sie beschützt und pipapo.

Wer mich kennt, weiß, dass ich bei meinen Figuren darauf achte, sie nicht einseitig und ihrem stereotypischen Geschlecht nach zu konzipieren, denn so gibt es eben auch Frauen, die ihre Männer beschützen müssen  (weil der Kerl halt nix auf die Reihe kriegt) und Männer, die in Beziehungen romantischer sind. In einer Partnergeschichte, die ich schreibe, wird ein Mann auch verprügelt. Von Frauen.
Kurz zusammengefasst: ich war mir ziemlich sicher, dass mir ganz klar war, dass jede/s Charaktereigenschaft/Gefühl/Meinung/Durchsetzungsvermögen/ etc, pp auf jeden Menschen zutreffen kann, egal welches Geschlecht.
Und dann fing ich letztes Jahr im Sommer an, Gay Romance zu schreiben. Und hab gemerkt, dass ich an bestimmten Punkten immer noch auf der Stelle trete, dass ich immer noch in meinen früh gelernten Bildern drinnen hänge. Verkrampft habe ich versucht, meinen männlichen Hauptcharakter nur nicht feminin sein zu lassen. Meiner Mitschreiberin hab ich im besonders gefühlsintensiven Moment vorgeklagt, wie weiblich ich ihn finden würde. Ich erinnere mich noch, gesagt zu haben »Er denkt und fühlt so feminin«. Ebenfalls wichtig war das Miteinander der Charakter: Ich hatte Angst, den »femininen« Teil der Beziehung zu schreiben. Immer wieder kam die Frage auf: »Benimmt  [er] sich nicht gerade wie eine Frau?«, »Fandest du ihn nicht ziemlich weiblich in dem Kapitel?«.

Auch in der Interaktion der beiden, hab ich mich immer wieder schwer getan. Niemand durfte etwas »Weibliches« sagen. Der, der die erste Bewegung macht, wurde als »männlicher« empfunden. Der, der als erstes vorprescht, den ersten Schritt macht, war weniger »feminin«.

Eine zeitlang war ich mir sogar sicher, es  MÜSSTE einen schwächeren – und reflexartig war das für mich der feminine Teil – in der Beziehung der beiden geben.
Das ist jetzt schon wieder über ein halbes Jahr her, dass ich die Story angefangen habe – inzwischen hab ich sie beendet und werde sie diesen überarbeiten – und schreibe inzwischen wieder eine Story mit einer heterosexuellen Beziehung. Es war nicht mal die Gay Romance Story, die mir die Augen geöffnet hat, dass es KEINEN FEMININEN und KEINEN MASKULINEN Teil in Liebesbeziehungen bei Charakteren gibt, sondern zwei Teile, die beide unabhängig vom Geschlecht sind. So ist es auch bei zwei Herren der Schöpfung absolut und scheißegal, wer was wie macht. Einer von den beiden hat immer kein nein verstanden. Im Verlauf der Geschichte war er deswegen nicht männlicher, sondern ein Arschloch, das verdient hat, verlassen zu werden. Er hat danach heulend wie ein Baby im Bett gelegen.
Der andere musste immer wieder nein. Wow, ’nen Kerl wollte kein Sex, was für ein Waschlappen.

Fuck you.
Der wusste wenigstens, was er wollte und vor allem, was er nicht wollte.

Konklusion dieses Beitrages: Ich bin nicht stolz darauf, aber ich war eine richtige Dumpfbacke. Bitte steinigt mich nicht dafür, der Beitrag dient der Tatsache zu zeigen, dass man durchaus in Bereichen, in denen man sich für aufgeklärt hält, doch noch nicht ausgelernt hat. Aber wann hat man das je? Wobei das nicht unbedingt ist, was ich damit aussagen wollte (auch wenn es die Wahrheit ist).
Konklusion ist: es ist absolut und vollkommen scheißegal, welches Geschlecht die beiden Figuren haben. Es ist dumm, sich das anders vorzustellen. Der Charakter hinter der Figur/dem Menschen zählt. Das hier kann man ganz leicht auf’s reale Leben übertragen. Do it. Es gibt keine am Geschlecht festzumachenden Rollen in Beziehungen, egal welcher Sexualität. Keine Interaktionen, die sich MANN oder FRAU auf die Fahne schreiben kann. Nope.
Meinetwegen sollen Leute irgendwas männlicher oder weiblicher finden. Aber es ist halt nicht wahr. Gibt’s eben nicht.

Eine Beziehung funktioniert nur, wenn die sich lieben. Und ob’s dabei Frau und Mann, Mann und Mann, Frau und Frau oder andere Geschlechter sind, spielt doch nun wirklich keine Rolle.

• L.

Advertisements

Was ich mir in Büchern wünsche

Was für ein großartiger, wichtiger Beitrag! Lesen lohnt sich. Holzauge sei wachsam!

CHAOSKINGDOM

Liebe Autoren,
oft wird sich darüber beschwert, dass vorallem Jugendbücher zu Klischee belastet sind.

Natürlich ist es immer einfach zu meckern und ja, auch ich gehöre teilweise mit dazu. Aus diesem Grund habe ich mir Gedanken darüber gemacht, welche Sachen ich gerne in Büchern lesen möchte.
Also liebe Autoren, setzt eure Brillen auf und lest diesen Beitrag aufmerksam, wenn ihr neue Ideen für eines eurer Werke braucht!

IMG_05891. Wunsch:
Wie wäre es mal, wenn der Charakter in dem Buch nicht die Liebe seines Lebens erst findet, sondern sie einfach schon gefunden hat?
Wie wäre es, wenn die beiden schon lange zusammen sind und eine gefestige Beziehung haben. Natürlich mit Ups and Downs, aber bitte bitte, liebe Autoren, lasst die beiden zusammen.

2. Wunsch:
Wieso müssen meist hetero Personen die Hauptrolle bekommen? Darf es nicht auch mal ein homosexueller Charakter sein? Oder ein Junge oder Mädchen, welches Gefühle für beiderlei Geschlechter…

Ursprünglichen Post anzeigen 554 weitere Wörter

Schreibtipp: Binge-Writing

Schreibtipp (den man nicht 365 Tage im Jahr beherzigen sollte)

Binge-Writing

Binge-Writing? Was versteht man darunter?

Ich gebe zu: Den Begriff hab ich mir irgendwann mal ausgedacht und der hat sich seitdem bei mir verfestigt, deswegen wird es im Internet wohl keine Definition dafür geben. Ich werde trotzdem versuchen zu erklären, was das ist, was es bedeutet und wie man es am Besten umsetzt, da ich danach gefragt wurde (von der lieben Verena.) Zumindest nach ein paar Tipps.

Ich selber kann das nur als hilfreich erachten, da ich mich zum NaNoWriMo endlich mal wieder auf’s Popöchen setzen und eine Story fertig schreiben muss, die ich noch nicht angefangen habe.

Als Erstes möchte ich sagen: Ich bin ein großer Freund vom Binge-Writing. Nach wie vor, nach den drei Erfahrungen, die ich diesbezüglich gemacht habe, immer noch. Ich hatte positive, negative und mäßige Erlebnisse damit, aber ich würde es immer wieder tun. Da es bei mir bereits zweimal funktioniert hat, weiß ich, dass es funktioniert. Und wenn der Ehrgeiz zu groß ist, würde ich es wieder tun. Immer, immer wieder. Deswegen hänge ich euch unten eine kurze Zusammenfassung von Vor-und Nachteilen des Binge-Writings an.

Hier aber erstmal das oben Genannte:

Was ist Binge-Writing überhaupt?

Kurz gesagt, kann ich sagen – Fabriziere so viel wie du kannst, innerhalb der kürzesten Zeit die du dir setzen kannst. Ich hab nicht versucht, einen Roman in drei Tagen zu schreiben, so wie ich das schon mal bei J. Karpe gesehen habe, aber in so eine Richtung driftet das ab. Es geht darum, innerhalb einer gesetzten Zeit eine bestimmte Zahl von Kapitel/Wörter zu schaffen. Ähnlich dem NaNoWriMo mit 50k im Monat. Nur mehr. Viel, viel, mehr.

Du kannst dir auch ein Tagesziel setzen. Heute möchte ich fünf Kapitel schreiben. Heute möchte ich 20k schreiben (was durchaus möglich ist). Oder du sagst dir, du möchtest in drei Tagen so und so viel schaffen.

Das wichtigste ist, dass du es machst. Dass du hart mit dir ins Gericht gehst.

Was bedeutet Binge-Writing überhaupt?

Was bedeutet Binge-Writing für dich?

→ Du solltest Zeit haben. Und wenn du keine Zeit hast, dann scheißt du auf Schlaf, Essen und soziale Kontakte und nimmst sie dir eben. Am besten sagst du vorher deinen Freunden und deiner Familie Bescheid, die denken sonst, du stirbst oder so. Das nur nebenbei.
→ Aus Erfahrung kann ich sagen, dass da zum Teil auch drei Stunden Schlaf reichen müssen, wenn du deine Ziele schaffen willst.

Wie setzt man Binge-Writing am Besten um?

Nochmal: Geh hart mit dir ins Gericht.

→ Setze Prioritäten.
→ Nimm dir die verdammte Zeit, selbst wenn du nur eine Stunde schläfst, tot auf der Bereifung bist und zwanzig Liter Kaffee brauchst.
→ Lass dich nicht ablenken oder runterziehen.
→ Hinterfrage nicht alles zu sehr, was du schreibst. Verbessern kannst du später.
→ Sieh zu, dass du deine Ziele erreichst, egal, wie du das schaffst. Egal, wie hart es ist.
→ Prokrastination geht einfach nicht.
→ Gib nicht auf, wenn es nicht absolut nötig ist. Du wirst es bereuen.

Tipps:

→ Lerne, Powernaps zu machen. 15 Minuten die Augen zumachen und nappen kann Wunder bewirken. Und wenn du dir eben 10 Wecker stellen musst, um aufzustehen.
→ Steh ein bisschen früher auf. Ein Tag, der um vier Uhr anfängt, kann auch ruhig um elf Uhr aufhören. Morgens ist man am produktivsten.
→ Am Besten hast du irgendwas zu trinken, das dich wachhält. Wenn du keinen Kaffee magst, geht grüner und schwarzer Tee.
→ Du solltest Kopfschmerztabletten zu Hause haben. Sag ich aus Erfahrung.
→ Am Besten suchst du dir jemanden, mit dem du dich über dein Projekt unterhalten kannst. Das hält die Motivation.
→ Hab ein gutes Buch, das du in deinen Schreibpausen liest, dass dir nicht die Worte ausgehen.
→ Wenn du merkst, dass du schlapp machst, nicht mehr klar kommst, dich unwohl und krank fühlst, dann hör auf. Für dich selbst.

Vorteile:

• Innerhalb kürzester Zeit schafft man eine hohe Wörterzahl
• Durch den stetigen Anstieg von Geschafftem steigt die Motivation
• Die Produktivität (schreiberisch) kann praktisch ins Unermessliche steigen
• Innerhalb kürzester Zeit kann ein ganzer Roman geschrieben werden, für den man ansonsten MONATE gebraucht hätte
• Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die schreiberische Leistung sogar zunehmen kann, sprich – Du wirst besser, weil du Schreiben praktisch atmest
• Danach hast du eine Weile Ruhe, weil du ordentlich was geschafft hast

Nachteile:

• Körperlich sehr anstrengend nach gewisser Zeit
• Es verlangt viel Zeit (Also Zeit in deiner festgesetzten Zeit. Ihr wisst schon)
• Adieu soziale Kontakte
• Adieu andere Aktivitäten – für die hast du nämlich keine Zeit
• Schlaf kannst du sowieso vergessen
• Du bist das Schreiben und das Schreiben bist du: Hörst du auf zu Schreiben, stirbst du (nur ein Spaß. xD)
• Danach bist du ziemlich tot auf der Bereifung

Also, was sagt ihr? Jemand von euch Lust bekommen auf Binge-Writing?

Ich irgendwie schon.

Zum Glück haben wir bald wieder NaNoWriMo. Und die Uni fängt erst wieder am 18. April an. (Wo ist der Smirk-Smiley, wenn man ihn braucht?)

Ich hoffe, damit konnte ich allgemein vielleicht etwas Erleuchtung in dieses Thema bringen.

Alles aus Liebe und bis bald. ♥

• L

• N • O • T • I • Z • B • Ü • C • H • E • R •

„Diese Art ‚Notizbuch‘ stellt eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Schaffung einer wahrhaft gekonnten Sache dar.“

Das ist ein Zitat von Majakowski, einem russischen Lyriker, der sich als Futurist nach und vor den russischen Revolution in den 1920er Jahren engagierte.

Darauf gekommen bin ich durch ein Seminar, das ich im noch laufenden Semester belege, in dem es ausschließlich um Notibücher verschiedener Autoren geht. Wie sie geführt werden, welche Besonderheiten es gibt. Nietzsche beispielsweise malte gern ein Buchdeckel und probierte Titel aus, indem er sie rauschrieb. Guckte, welcher am schönsten aussieht. Nach seinen Titeln machte er seine Werke. Tschechow hatte mehrere Notizbücher, schrieb oft aphorismenartig in ihnen, hatte dann weitere, in denen er Reinschriften anordnete, sie einer Reihenfolge unterzog, oder Inspirationen, die er in seinen Werken verwendete, durchstrich, als Kennzeichnung dafür, dass sie schon weg sind. Ein bisschen wie eine To-Do-Liste. Rilke schrieb in seinen Bernauer Taschenbüchern regelrechte Entwürfe für seinen Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, aber kritzelte hinten Rechnungen seiner Buchverkäufe hinein. Thomas Mann hatte sogar Einkaufslisten in seinem Notizbuch, und nutzte es, wie viele andere Autoren so auch als Gedächtnisstütze.

20170212_125107

Das sind meine Notizbücher. Captain Marvel/Carol Denvers ist drauf, weil ich sie erst neu erworben habe und so viele Leute coole Bilder mit Funko! Pop-Figuren machen. Wollt ich auch!

Meine Notizbücher sind unordentlich geführt. Das rote ist vollgeschrieben mit Charaktergeschichten, das goldene, mit dem Big Ben enthält die gesamte, komplett verworfene Planung eines Buches, das ich ganz anders schreiben werde. ein paar To-Do-Listen und Tagesplanungen stehen auch drin.

Links zu sehen ist das Buch mit dem Big Ben. Ich habe einen idealisierten Tagesplan entworfen, um so produktiv wie möglich zu sein. Rechts sind jeweils zwei Bilder aus meinem rote und ältesten Notizbuch zu sehen. Oben ist die Geschichte einer meiner Hauptfiguren aus GLAMPAIN skizziert (ich habe selbstverständlich einiges unscharf gemacht, ihr sollt ja nicht gespoilert werden.) Darunter ist der Einband/Deckel des Buchs zu sehen, den ich, ganz autorenmäßig mit Zitaten gestaltet habe. Künstler sind Narzissten ist übrigens ein Zitat einer meiner Freunde, und wohl sehr wahr.

Im lilanen habe ich lediglich schwarzen Kulli verwendet, habe Zimmerentwürfe darin gezeichnet, es durcheinander geführt, hinten Notizen für vorn gemacht. Alles über mein OTP #Jamestian, von dem ihr alle noch erfahren sollt.

jamestian

Hier die genannte Zeichnung der Wohnungen der Hauptfiguren. Wenn man im Nachhinein mal wieder in sowas reinsieht, erkennt man erstmal den Prozess, den sowas durchmacht, bis es schließlich zu einem Endergebnis kommt.

Im weißen notiere ich mir Wörter. Verwende sie später. Ein Notizbuch, in seinem vielleicht reinsten Sinne, vielleicht sogar nicht heterogen genug.

Was ich in meinem Seminar gelernt habe, ist das Notizbücher das Kanonenfutter für Autoren sein sollen. Aber auch eine Gedächtnisstütze, in dem man alles erwarten kann oder besser, in dem man nichts nicht erwarten sollte.

Wie sieht es bei euch aus? Verwendet auch ihr Notizbücher? Wie führt ihr sie?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

•A

Use your brain – Öffentlichkeit und Künstler

Zusammenfassung/Moral der Geschicht ist mal wieder ganz unten, wenn ihrs eilig habt oder keine Lust habt, soviel Text zu lesen.

Ich dümple in einer Menge Fandoms, um ehrlich zu sein. In manchem aktiver als in anderen. Harry Potter zum Beispiel, meine ewige Liebe. Marvel, mit seinen möglichen Unterkategorien: das MCU, Stucky, Dare Devil, die Comics, all sowas. Ich find auch die Arbeit von Schauspielern interessant, attraktive Menschen, die sich vor die Kamera stellen und vom Beginn der Aufnahme bis zum Ende dieser in einen anderen Menschen hineinentwickeln. Ich bin ganz ehrlich – das ist mega interessant. Eine für mich unvorstellbare Art von Kunst, gar nicht so abstrakt, wenn man so drüber nachdenkt, und eigentlich Autor ist. Schließlich erschaffen wir Figuren und lassen sie interagieren. Schauspieler spielen bestenfalls diese Figuren. Über solche Korrelationen dazwischen kann ich massenhaft diskutieren – habe ich schon -, und wie faszinierend das eigentlich ist. Künste sind sich alles in allem vielleicht gar nicht so unähnlich.

Und, als Autor, angehender Mensch, der ein Buch veröffentlichen wird, hoffe natürlich auch ich auf ein Fandom. Also, wenigstens sowas ähnliches. Leute reden über mein Buch! Wie geil ist das denn bitte? Sie haben es gelesen, kennen alle Charaktere, ihre Persönlichkeit, lieben und hassen welche und es kann bei allen aus unterschiedlichen Gründen anders sein. Das macht mich glücklich. Und das bisschen Fame, das ich dann vielleicht kriege. Das ist auch voll in Ordnung, wenn mich die Leute für meinen Stil und meine Idee loben.

Muss doch jedem so gehen. Das Werk wird bewundert. Der Macher, Maler, Performance-Künstler, TV-Schauspieler, Theater-Schauspieler, Fotograf etc pp wird bewundert. Toll. Und dann noch Fandoms!

Und dann noch Privatsphäre. Dann noch die Presse. Das Internet. Soziale Netzwerke. Bilder, Videos, Gifs, Photoshop. Spekulationen, daraus resultierende Meinungen, Bashing.

Zurück zum Konkreten: Schauspieler.

Ich bin Teil einiger Fandoms, wie ich oben angemerkt habe, und manchmal, in letzter Zeit immer öfter, rollen sich mir die Fußnägel hoch, wenn ich den Bullshit lese, der da abgelassen wird.

Das sind Menschen. Egal, wieviel Schütte sie am Tag, im Monat, im Jahr machen. Die verbrauchen auch ihr Datenvolumen beim Handy, sie vergessen ihre Kopfhörer zu Hause oder fahren zu spät los.

Wir sehen sie ständig vor uns auf dem Bildschirm, in ihren Rollen, in Interviews, Red-Carpet-Auftritte, in Bloopers, in was-weiß-ich-was. Verschiedene Frisuren, Körperstaturen, manchmal mit Akzent, dann wieder ohne.

Das ist viel Arbeit. Rollen zu verkörpern, in Figuren zu schlüpfen, ist viel Arbeit. Sich vorzubereiten, in die Psyche eines Charakters hineinzuversetzen – das ist Arbeit. Ich lege mich mit jedem an, der das bestreitet. Jeder der das bestreitet, hat keine Ahnung von Kunst und hat anscheinend noch nie welche gemacht.

Aber es ist ein Job. Es hat nichts mit dem privaten Leben zu tun. Nichts mit den Freunden, die man hat, mit der Beziehung, die man hat, nichts mit politischen Ansichten oder religiösen oder gesellschaftlichen. Man sollte das nicht vergessen.

Ein Schauspieler und jede andere Art von Künstler, hat ein gutes Recht darauf. Wir können seine Filme ignorieren, weil wir finden, dass er ein schlechter Künstler ist, aber niemand sollte daraufhin seine Mutter beleidigen oder seine Frau oder seine Kinder. Wir müssen nichts von seinen politischen Ansichten halten, aber wie jeder freie Mensch auf dieser Welt hat auch er das Recht, sie öffentlich zu äußern und sich nicht auf seinen Job reduzieren zu lassen.

John Legend hat es mal passend in einem Tweet gesagt: Er zahlt Steuern. Er ist Einwohner der USA. Er hat das Recht zu sagen, wenn er unzufrieden ist, genauso wie es jeder andere hat. Er muss sich nicht in die Musikbranche verbannen lassen. Chris Evans muss sich nicht als dumb actor betiteln lassen, nur weil er öffentlich was sagt, was Politikern nicht in den Kram passt. J.K.Rowling ist mehr als nur eine Autorin, immer noch ein selbstständig denkender Mensch, ein kluger dazu, wenigstens erweckt sie den Eindruck – ich kenn sie ja nicht.

Das ist ein wichtiger Punkt. Man lamentiere und vergolde ihn, hänge ihn an die Wände, wo soviel Dummheit waltet, dass Leute das nicht kapieren.

Schauspieler, Sänger, Autoren, Theater-Schauspieler, Fotografen, Sportler, who the fuck ever, ist ein Mensch. Sie dürfen Beziehungen haben und müssen sich nicht vor Fans, angeblichen Fans, Fandoms, irgendwelchen Journalisten, Politikern, Nachrichtenformaten oder was-weiß-ich-wem rechtfertigen. Sie müssen sich nicht öffentlich ständig zeigen, sie können es aber.

People, use your brain, they are human, just like you.

Ich krieg mich einfach nicht dazu, mir eine Meinung über Taylor Swift zu bilden, wo andere sie bashen, weil sie – ich habe absolut keinen Dunst, ich bin ehrlich – viele Ex-Freunde hat und Lieder über sie schreibt. Ist doch ihr gutes Recht, so viele Beziehungen zu haben, wie sie will. Offensichtlich haben ihre Ex-Freunde, als sie mit ihr zusammengekommen sind, auch kein Problem damit gehabt. Ich bin, ganz ehrlich, einfach nur abgefuckt von solchen Leuten. Lasst die doch. Ist doch ihre Sache. Lasst doch Sebastian Stan, der seine Freundin nicht wie eine Trophäe herumzeigen will und seine Beziehung nicht an die große Glocke hängt. Kapiert, wenn der die Fresse dick hat, wenn Leute Scheiße darüber behaupten. Ich würd auch jeden anranzen, der Mist über meine Beziehung behauptet.

Leute, das sind Menschen. Kein Grund, irgendwas über irgendwen in die Welt zu setzen, kein Grund, jemanden zu bashen, ihn auf was zu reduzieren. Wenn ich nicht einverstanden damit bin, was ein Künstler für Ansichten hat, in welchem Sinne auch immer (kulturell, ethisch, politisch, gesellschaftlich, etc pp), dann meidet ihn doch einfach. Macht euch stark für eure Ansichten, kriegt euer Maul auf. Macht andere nicht klein, weil ihr euch klein fühlt.

Getcha shit together, folks.

Zusammenfassnung:

Lasst das scheiß Bashing und werdet erwachsen. Künstler (Schauspieler, Autoren, Musiker etc pp) sind Menschen und haben die gleichen Rechte wie ihr. Wenn ihr dieser Meinung auch schon seid, dann stimmen wir überein. Ansonsten, wenn ihr das bisher nicht wusstet, habt ihr was neues gelernt.

Küsse und Umarmungen. xoxo

A

chancen.

vor ein paar tagen bei oma gewesen. wir haben ein interessantes gespräch geführt.

oma hat gesagt: man muss den leuten schon eine chance geben, zu lernen.

neulich beim arzt sollte sie eine spritze kriegen. die auszubildende kann das noch nicht so gut und die adern findet man auch nicht ganz so gut, also meinte die ärztin, sie würde das machen. oma hat sich geweigert, sich die spritze von der ärztin geben zu lassen – der azubi muss das eben auch mal lernen. man muss der auch mal die chance geben, wie soll die jemals vernünftige spritzen geben, wenn sie das nirgendwo lernen kann? wo fange ich an, etwas zu lernen, wenn es immer jemand anders für mich übernehmen wird, wenn ich noch nicht geübt bin? wie lerne ich etwas, wenn mir niemand die chance gibt, etwas zu lernen?

vorletztes jahr auf ausbildungssuche über 60 bewerbungen verschickt. vielleicht 20 antworten bekommen. egal, ob in den stellenbeschreibungen oder in den gesprächen: hab ich schon erfahrung mit diesem job? hab ich schon erfahrung mit allen programmen, die ich brauche? hab ich schon zwanzig praktikas gemacht und schon neunzig orte gesehen? ich hätt ja schon mit sieben anfangen können, mir photoshop beizubringen, oder was? was? ich spreche nicht englisch c1 sondern nur b2 und nicht fließend französisch oder spanisch oder italienisch? ich hab nicht mit zwölf angefangen mir webdesign und html und css beizubringen, damit ich mit achtzehn dann eine weltreise mache (weil den rest kann ich ja schon), weil meine eltern auch ihr geld scheißen? und ein leben, freunde, familie, hobbies oder bedürfnisse habe ich sowieso nicht. von zeit ganz abgesehen.

tut mir leid, den job kann ich nicht kriegen. keine erfahrung in dem bereich.

sorry, aber irgendwas läuft doch hier falsch. wie soll ich was können, was ich noch nie in meinem leben gemacht habe? wie soll ich erfahrung in einem job haben, den ich nie gemacht habe? wie soll ich etwas lernen, wenn mir nie jemand die chance gibt, etwas zu lernen, sondern ich alles schon können muss? wie kann es sein, dass abiturienten mit einem guten abitur (ich rede nicht nur von mir) keine jobs mehr finden? dass man neuerdings abiturient sein muss, um maler zu werden – wie kann das sein? einer meiner liebsten menschen hat eine ausbildung zum maler gemacht: keinen job gefunden. leider kein abitur. leider keine weitere joberfahrung, außer die aubildung.

wofür soll ein/e friseur/in mittlere reife haben? wenn jemand mit mittlerer reife, friseur/in werden will, soll er/sie das tun. aber bitte nehmt der/dem hauptschüler/in nicht die chance, den job zu machen. wenn wir den ganzen studenten, abiturienten, realschülern und hauptschülern nie chancen geben, einen job zu machen, weil sie ihn noch nie gemacht haben und ihnen damit die chance verwehren, ihn irgendwann zu lernen, läuft doch irgendwas falsch. leistung. bemühen. lernwille. das sind wir bereit zu geben. gebt uns einfach chancen.

peace.

• l.

2016 adieu!

Peace.

2016 geht zuende.
Sind wir alle mal ehrlich?
So geil war’s auch wieder nicht.

Es ist ’ne Menge Scheiße passiert, um’s mal ganz ehrlich zu sagen. Legenden haben uns verlassen. Carrie Fisher, David Bowie, Alan Rickman, Harper Lee und so weiter (ich könnte jetzt fortfahren, aber die Liste ist so lang, ich wär erst morgen fertig). Und wir haben geklagt und geklagt und ich klag immer noch. Nach dem Brexit dachten alle, es kann nicht mehr schlimmer kommen. Dann kam die USA und Trump. Ich hab keine Worte. Ich klage, merkt ihr?

Aber genug damit. Kein Rumheulen mehr. 2016 war politisch und legendenmäßig ziemlich undankbar (und noch in vielen anderen Bereichen), aber schreiberisch kann ich mich nicht beschweren.

Im Sommer ist As & mein Manuskript beim Periplaneta Verlag und Mediengruppe untergekommen, nächstes Jahr wird GLAMPAIN auf den Markt kommen. Ich hab zwei (einen davon in 13 Tagen) Romane beendet, acht Versionen eines weiteren geschrieben (an dem ich gescheitert bin), schreibe gerade an einem riesigen Projekt und kann dieses Jahr 800.000 Wörter verzeichnen.
A hat ebenfalls zwei Romane beendet, ein großartiges Projekt geplottet, das im nächsten Jahr geschrieben werden will. 600k geschrieben.
Wir haben heute kurzfristig und endlich(!!!) die 1900 Seiten bei unserem derzeitigen Roman geknackt (wir lassen offen, ob das ein Erfolg ist, aber es fühlt sich schon so an) und knapp 500k zusammen dort geschrieben. Wir waren auf einer tollen Lesung! Durften mal was vor Publikum vorlesen (war sehr unheimlich, die schlotternden Knie gibt’s immer gratis dazu)! Ich kenn plötzlich so viele Leute, stell ich fest!

Was für ein Jahr! Was für ein großartiges Jahr!

Und was für ein großartiges Jahr auf uns zukommen wird, wenn wir uns eine Sekunde die Luft nehmen und nicht die Dinge beklagen, die hinter uns liegen, sondern die vor uns liegen. Denkt dran: Obama ist noch bis Januar Präsident!

Auf jede sterbende Legende wird eine neue geboren! Wie viele Legenden sind dieses Jahr also wohl geboren worden?

Also Leuddies. Nicht verzagen. 2017 fragen. Arsch hochkriegen. Was machen, nicht nur Ziele setzen. Nicht nur klagen (bringt nämlich nix, der Brexit ist so gut wie passiert und Trump wird eh Präsident, Alan Rickman ist echt tot und die Attentate in der Welt können wir nicht rückgängig machen), sondern was machen. Dran arbeiten. An sich und der Welt, in der wir leben.

Wir fahren jetzt in die Pampa und machen das Netz ’ne Weile aus. Kommt gut ins neue Jahr und danke an alle, die uns dieses Jahr gelesen haben. Wir sehen (lesen, höööh) uns im nächsten.♥

Peace. ♥

• L.

Gesellschaftskritisch sein

 

(Bildquelle: Barbara)

Manchmal, wenn ich in einem riesigen Laden einkaufen gehe und an der Spielzeugabteilung vorbeilaufe, rege mich minutenlang auf.

Eine rosane Abteilung, überall Plüsch, rosane Stofftiere, Barbies, Puppen, Kinderwagen. Wenn man eine Reihe weitergeht, wird’s blau, Autos, Actionfiguren, Lego, weiß der Kuckuck was noch alles. Ich beklage mich stundenlang bei mir selbst, bedauere, dass es so aussieht und verstehe das ganze Prinzip nicht. Wieso Actionfiguren zum Beispiel nicht bei Barbies stehen, die sind sich in Form und Größe ähnlicher als Stofftieren, während ein Plüschdinosaurier auch bei einem lilanen Stoffhäschen stehen kann, weil sie beide von der Beschaffenheit eher was gemeinsam haben. Wenn Kinder ein Stofftier haben wollen, dann sind sie so viel, viel leichter zu finden und es gibt keine Bredoullie bei der Frage, wo ein Kind hingehen muss, nicht beide Reihen abgrasen muss, nur damit was Passendes gefunden wird.

Aber ich sage nichts mehr, wenn ich angesprochen werde, für wen ich mich so aufgebrezelt habe, denn eigentlich mache ich das nur für mich. Ich halte auch die Fresse, wenn ich in der U-Bahn angestarrt werde, weil roten Lippenstift trage oder Typen an mir vorbeilaufen und Sex, Sex, Sex sagen, nur weil ich einen Rock und bemusterte Strumpfhosen trage.

Meistens erspare ich mir den Klamauck, wenn’s darum geht, dass meine Kleidungsgröße als Kindergröße betitelt wird und ich im Fitnessstudio von beleibteren Damen angestarrt werde, die sich nicht umziehen, während ich im Raum stehe, dabei tue ich genau das gleiche. Aber auch das ganze andersherum, wenn über Dicke gelästert wird, weil sie was-weiß-ich für eine Größe tragen oder weil hier eine Falte ist oder dort eine. Es ist schwierig zu erklären, dass es kein Schwein interessieren soll, wie jemand anders aussieht, weil’s ihn einfach nichts angeht. Ist ja nicht so, als würde derjenige sein Aussehen auf einen selbst übertragen.

Aber ich lasse es, denn danach wird gesagt, dass es nur die eigene Meinung ist. Wozu eigentlich eine eigene Meinung zu anderen, die ich nicht kenne und in deren Haut ich nicht stecke? Irgendwann habe ich mal die Antwort darauf bekommen – dass das eigentlich nur ignorant ist, wenn ich meine Umwelt einfach immer ausblende.

Das ganze Maul-halten geht mir auf die Nerven und ich bin auch noch selber daran Schuld. Weil ich das Gefühl habe, mich immer erklären zu müssen.

Als ich letztens in einem Gespräch angemerkt habe, dass ich keinerlei Probleme darin sehe, wenn jemand eine nicht-binäre Geschlechtsidentität hat, musste ich mir sofort eine Rechtfertigung liefern. Wie soll man das mit öffentlichen Toiletten lösen oder mit Umkleidekabinen? Soll man in Dokumenten bei männlich und weiblich jetzt noch anderes hinzufügen, wie bei Microsoft oder was?

Wenn ich gesellschaftskritisch bin, muss ich dann auch Lösungen parat haben? Wenn ich was verändern will, reicht es dann schon, wenn ich sage, dass ich nicht einverstanden bin?

Manchmal sage ich einfach gar nichts, um nicht zum Außenseiter im Gespräch zu werden, wenn ein Auto gegen die Fahrtrichtung in der Parklücke steht und jemand sagt Der Besitzer ist wahrscheinlich schwul. Es ist ja nur ein Witz gewesen und ich will auch nicht übertreiben, denn das ist das, was ich mir danach anhören muss, wenn ich anmerke, dass ich den Spruch sowasvon unnötig fand.

Muss ich jemanden berichtigen, der sich darüber auslässt, dass zwei Männer/zwei Frauen sich lieben und derjenige glaubt, sie würden ihn deswegen gleich besteigen wollen? Muss ich darüber streiten und argumentieren, dass das völlig bescheuert ist oder muss ich demjenigen seine Meinung lassen, weil mich seine Ansichten ja eigentlich auch gar nichts angehen?

Wo fange ich an, wo höre ich auf? Was trage ich nach außen, muss ich nach außen tragen, um wirklich finden zu dürfen, dass ich mit einigen Dingen einfach nicht einverstanden bin? Darf ich sagen, es geht niemanden was an, welche Geschlechtsidentität, welche sexuelle Identität, Körpergefühl, Kleidung, Frisur, Beziehung, Schmuck etc. hat/trägt/besitzt/fühlt, wenn ich drastische Meinungen, die nicht das tolerieren, was ich tue, einfach abschmettern will?

Vielleicht kriege ich den Dreh raus und kriege irgendwie irgendeine Antwort darauf. Solange mogle ich mich da noch irgendwie durch und bleibe irgendwo in der Mitte und werde mich weiterhin über rosane Spielzeugabteilungen und Überraschungseier für Mädchen und das alles in Blau für Jungen aufregen, aber vielleicht irgendwo den Ansatz sehen, den ich packen muss.

•A

Schreiben und „Was ist eigentlich dieser NaNoWriMo?“

Author’s note: Kleine Anekdote zur Einstimmung

Mithilfe von symbolischen Zeichen können auch »Gegenstände« oder »Wesen«, die gar nicht existieren (wie Hexen, Einhörner, Feen, Drachen etc.) oder abstrakte Ideen und Vorstellungen (wie das Gute, Freiheit, Vaterland, Gott) bezeichnet werden, über deren Existenz wir u.U. gar keine gesicherten Aussagen machen können Symbolische Zeichen repräsentieren und verdoppeln also nicht nur unsere reale Welt, sie spiegeln sie nicht einfach wider, sondern erweitern sie.“ [Beck, Klaus: Kommunikationswissenschaft. 4. Auflage, Konstanz: UVK/UTB 2015]

Unter symbolischen Zeichen kann man unter anderem Sprache oder etwas Geschriebenes verstehen, wobei ich auf Letzteres eingehen möchte.

Ist doch Wahnsinn, oder? Da arbeitet man unschuldig sein Unibuch durch und dann stößt man darauf und steckt praktisch wieder mitten drin, wo man doch gerade eine Zwangspause genommen hat, um sich wieder ranzusetzen.

Und kriegt damit vor Augen geführt, was man da eigentlich tut. Wir Autoren erschaffen unglaubliche Welten und teilen sie mit anderen – kommunizieren mit unseren Lesern – die unser Geschriebenes frei interpretieren und eine ganz neue Welt sehen als wir selber vielleicht dargestellt haben. Niemand sieht genau das, was wir sehen, wir zeigen nur etwas und ein anderer interpretiert es und damit erschaffen wir so viele Welten auf einmal, alle überschneiden sich im Kern, aber außenherum … Ist alles anders, subjektiver geprägt. Hat sich einer von euch jemals vorgestellt, dass Ron Weasley blaue Augen hat, auch wenn’s dastand? Dass Hermione auch dunkelhäutig sein könnte?

Ich nicht, aber das heißt nicht, dass es so nicht gewesen ist (gewesen sein könnte). Weil … Subjektivität.

_____

Und jetzt hat jeder NaNoWriMo Teilnehmer 30 Tage Zeit, um seine eigene Welt zu erschaffen, seine eigenen Charaktere durch die Höllen seiner Handlung zu schicken, weinen und lachen zu lassen und sie am Ende bestenfalls leben zu lassen. Willkommen beim NaNoWriMo.

NaNoWriMo steht für den National Novel Writing Month. Obwohl ja „national“ im Namen zu finden ist, ist die Idee inzwischen international und Menschen aus allen Teilen der Welt nehmen teil.

Dabei geht es darum, ein Schreibprojekt innerhalb von 30 Tagen mit mindestens 50.000 Wörtern fertig zu stellen, zumindestens ist das die Grundidee. Keiner fängt vor dem ersten November um 0:00 Uhr an, denn dann geht erst so richtig die Post ab!
Um die 50.000 Wörter zu schaffen, sind am Tag knapp 1.667 Wörter angesagt, was sich für einige nach ziemlich viel anhört, für andere nach ziemlich wenig. Als ich das allererste Mal vor fünf Jahren teilnehmen wollte, hatte ich keine Zeit jeden Tag 1.667 Wörter zu schreiben, weil meine Schreibroutine ganz anders gelegen hat – Zu Schulzeiten hab ich nur am Freitag, Samstag und Sonntag geschrieben.
Das gehört jedoch auch zu den Zielen des NaNoWriMo – Sich die Zeit zum Schreiben nehmen. Sich hinsetzen und die Hemmungen zu überwinden. Eine Routine entwickeln.

Ich denke, jedem Autor ist klar, dass – außer in Ausnahmefällen – kein Roman innerhalb von 30 Tagen perfekt und fehlerfrei zu schreiben ist. Viele von uns haben nebenbei noch einen Job oder Kinder, die einen auf Trab halten und von daher ist es auch gar nicht das Ziel, dass man gleich alles perfekt hinbekommt, sondern einfach nur, dass man dabei bleibt. Um innerhalb von 30 Tagen einen Roman zu schreiben, muss man sich als kritischer Autor zwingen, seinen inneren Lektor auszustellen und das Ding einfach KNALLHART durchzuziehen. Du verprügelst deine Charaktere manchmal regelrecht – Und damit auch dich – aber manchmal geht’s nicht anders. Manchmal muss man einfach auf die harte Tour lernen.

Es ist unfassbar, wie viele Menschen plötzlich zusammen kommen und von wie vielen Menschen in meiner Twitter Timeline ich lese „Ich schreibe plötzlich so viel UND ICH LIEBE ES“ oder „Ich hab das Schreiben so vermisst, es ist so schön!“. Und es führt so viele Menschen zusammen.

Ich konnte heute leider nicht dabei sein, aber NaNoWriMo Schreiber treffen sich und tauschen sich aus – Oder man schreibt in ein Forum und holt sich einen Tipp von jemanden aus den USA, Kanada, Frankreich, von wo auch immer. Wir rücken alle ein kleines Stück dichter zusammen, in dem wir das tun, was wir lieben – Schreiben. Und uns dabei unter die Arme greifen oder uns eben in den Hintern treten.

A und ich nutzen derweil den NaNoWriMo um in einem unibelasteten Monat viel zu schreiben. Und endlich diesen Roman (Deine Mutter würde heulen) fertig zu schreiben, der einfach länger und länger und seeeehr viel länger wird. Damit entsprechen wir zwar nicht ganz dem Ziel des ursprünglichen NaNoWriMo, aber es geht im Grunde nicht um den fertigen Roman, das Grundziel ist ja, dass man schreibt, so viel wie man schafft. Schlaf ausfallen lässt, durchzockt (schreibt, ist damit gemeint) und sich die Zeit nimmt.

So wie das eben sein soll.

Und damit verschwinde ich wieder an die Tastatur und werfe mich in meine erfundenen Realitäten. Auf dass sie einmal eure eigenen werden!

Peace ♥

• L.

Weil wir das Schreiben lieben (Part II)

Schneggis und Schneggerinos!

Willkommen bei Part II von „Weil wir das Schreiben lieben“. Ich hab den letzten Beitrag gelesen, den ich dazu verfasst habe, aber mein Gedächtnis ist schlecht und ich glaube, ich erwähnte nirgendwo, dass es einen zweiten Part geben wird, aber tadaa! Hier ist er!

An alle, die den letzten Beitrag nicht gelesen haben – No Problem, der ist lang und sehen wir der Tatsache ins Auge, Aktuelles zu lesen ist einfach irgendwie netter – da hab ich ’ne Runde rumgequatscht, was wir für Probleme damit haben, unsere geplotteten Stories zu schreiben. Wahrheit! Absolute Wahrheit!

Entspricht immer noch der Realität.

Da dieser Beitrag aber keinen Autoren zu Tränen rühren soll (die eh alle gerade glücklich sind, weil viele auf der FBM sind (ich bin nicht eifersüchtig (weinwein)), werde ich jetzt mal zum positiveren Teil kommen. Wie ja in Part I erwähnt, haben A und ich eine ganz andere Story angefangen zu schreiben, um ein bisschen aus der festgefahrenen Schiene unserer Charaktere rauszukommen und dann volle Kraft in die zweiten Teile des Fortsetzungsromans „Glampain“ einzusteigen (Unser Werk hat einen neuen Titel! Neu! GANZ NEU UND SEHR TOLL, ODER?! Dazu wird’s wohl auch noch was geben, sobald es die spannendsten Details preiszugeben gibt) und da sind wir noch kräftig dabei. Als ich am 31. Juli den Beitrag geschrieben habe, haben wir den fünften Tag an unserem neuen Projekt geschrieben und knapp 30.000 Wörter geschrieben, was – zugegeben und ohne Selbstkomplimente (wie ihr merkt, liebe ich die Zwischenkommentare, das ist einfach mein Wesen) – einfach ziemlich gut ist, wenn man betrachtet, dass wir beide vorher pro Woche ein knappes Kapitel hingekriegt haben. Wenn überhaupt.

Die Story, die wir damals geschrieben haben, lief super. Klasse. Wir haben bis 20. August daran geschrieben und sage und schreibe 137.433 Wörter zusammen gekriegt, was für einen knappen Monat verdammt viel war. Ich meine, ich hab da zum Teil zwei Kapitel an einem Tag geschrieben und das letzte Mal, als ich das geschafft habe, war ich vierzehn. Vielleicht fünfzehn und da hatte kein Kapitel von mir 4000 Wörter.

Kommen wir aber zur eigentlichen Thematik:

Wie das eben immer mit Autoren ist, wollen sie ganz „unschuldig“ (soweit man das eben so nennen kann) eine Geschichte, Charaktere mit Hintergründen und so weiter erfinden. Wie ihr euch erinnert, meinte ich ja auch in Part I, dass ich die Story auch irgendwann wieder aufhören werde zu schreiben und ichb geb’s zu. Ich hab aufgehört, sie zu schreiben. A hat auch aufgehört. Aber nicht, damit wir uns an unseren zweiten Teil setzen, sondern weil die Story plötzlich viel, viel größer und wichtiger war, dass nichts (und ich meine wirklich nichts) noch in den kleinen Raum gepasst hätte, in dem wir die Story ursprünglich angefangen haben.

Und ich glaube, jeder der mal Bücher geschrieben hat, kennt das – Wenn plötzlich Dinge anfangen Sinn zu machen, die man vorher nie in Betracht gezogen hat. Hier ein Zusammenhang und da ein Zusammenhang und dann könnte man dies und dann jenes machen und … KAWUMM!

Aufregung. Mega Aufregung. Hab ich schon Aufregung gesagt? Wir sind sowasvon (positiv) ausgerastet und haben alles neu geplottet (oh ja, geplottet).

Ich bin skeptisch, wenn wir plotten.

Während wir das durchgezogen haben, hatte ich zwischendurch ein richtig kaltes Gefühl in der Brust, blinde Panik, dass wir vielleicht ’ne Menge plotten werden, aber am Ende kein einziges Kapitel zustande bringen, dass es Spaß macht, sich alles auszudenken, aber es aufzuschreiben, langweilig werden wird, weil wir dann schon alles wissen. Nicht dieses überraschende Gefühl haben, das wir hatten, als wir noch die Vorversion der Story (Your Drama) geschrieben haben, die jetzt aber auch fast nichts mehr mit dem neuen Projekt zu tun hat.

Deine Mutter würde heulen ist inzwischen groß. Sehr groß. Praktisch ein riesiges Projekt, mitten in der Welt von Glampain. Hier und da ein paar Nebeninfos, was in Glampain passiert. Ein paar Charaktere schauen vorbei, während es plötzlich wieder knapp zwanzig neue gibt.

Wisst ihr, wohin das führt? WISST IHR DAS?

Nur eine kleine Anekdote: Als A und ich das letzte Mal so viel geschrieben haben, kam die erste Version von Glampain raus und die hatte (man halte sich im Stuhle fest, Ladies and Gentleman) 630.000 Wörter und ca. 2000 Seiten.

Ihr versteht?

Hier mal eine kleine Anmerkung: A hat am 28. August das erste Kapitel bei Deine Mutter würde heulen geschrieben, nicht mal zwei Monate her.

Und hier haben wir das Ergebnis, was wir bis dahin geschafft haben:

fb

Als ich heute alles eingefügt hab, hab ich gedacht MIR QUELLEN DIE AUGEN RAUS. 1000 Seiten. Leudde. Ich brauch ’nen Stuhl. Gott sei Dank sitz ich auf meinem Bett, anders halt ich das nicht aus.

Das passiert, wenn Schreiben Spaß macht. UND tatsächlich auch noch sinnvoll ist. Nicht nur pillepalle, aber trotzdem VIEL zu lang. Donnerwetter. (A schreibt übrigens gerade an dem 33 Kapitel, AHOI! Das ist noch nicht eingefügt).

Ich weiß, irgendwann kommt der Tag, da werden wir fertig sein mit Deine Mutter würde heulen, Deadline ist momentan der 31.12.2016, aber lasst mich sagen, dass wir ungefähr erst die Hälfte der Story geschrieben haben. Wenn ich mir das so anschau, müssten wir das aber ganz gut hinkriegen, nächsten Monat ist immerhin NaNoWriMo und da geht’s richtig ab.

Schreiben ist Arbeit. Echt verdammte Arbeit. Ich kann nächsten Monat dem Schlaf adè sagen, das kann ich schon mal versprechen. Aber so, wie es jetzt läuft, macht es Spaß. Es ist toll. Und ich liebe, dass ich meinen Schlaf opfern kann und keine Zeit zum essen habe und in meiner restlichen Zeit nur Texte für die Uni lese. Dafür lohnt sich’s. Wenn man nach quälenden Ewigkeiten wieder was Erfüllendes findet und weiß – Hey, wenn das durch ist, schreib ich weitere Puzzleteile in der großen Welt und arbeite mich vom Rand des Puzzles immer weiter in die Mitte, bis das Gesamtbild stimmt, dann … Dann geht einem doch das Herz auf. Der Spaß kommt wieder. Die Motivation. Vorfreude. Ich liebe unsere Hauptcharaktere, aber ich liebe auch Luke und Tory, die auf mich warten im nächsten Jahr, damit ich ihre Geschichte zuende erzählen kann. Die Welt des Schreiben ist manchmal scheiße, aber nur so scheiße, wie man sie sich zaubert. Am Ende holen wir uns immer das daraus hervor, was uns am Besten gefällt und das ist gut so – Als Autor ist das nämlich genau unsere Superkraft. Das zu schaffen, was wir erzählen wollen. Woran es uns genau in diesem Moment liegt, das in richtige Worte zu verpacken. Und wenn ich gerade nicht Plan A in gute fassen kann, schreib ich Plan B oder Plan C oder Plan Y, denn wir lieben alle unsere Pläne und haben die freie Hand, wann wir sie wie umsetzen. Wir sind unser Master, Leute. Wir lieben das Schreiben, manchmal müssen wir es uns nur wieder beibringen.

• L

Für alle, die wissen wollen, worum es in Deine Mutter würde heulen geht, hier ist der Klappentext:

Sie sind dreißig, achtzehn Jahre befreundet und brechen den Kontakt ab, als eine verhängnsivolle Nacht alles verändert. Als sie sich nach vier Monaten bei einer Hochzeit wiedertreffen, wird den beiden jedoch schnell bewusst, dass es vor der Vergangenheit kein Entrinnen gibt und kein Weg weit genug, um vor sich selbst wegzulaufen.